Shanty-Chor Cuxhaven

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...der etwas andere Shanty-Chor

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Neue CD heißt "Mein Cuxhaven"

Der Shanty-Chor Cuxhaven unter der bewährten Leitung von Udo Brozio hat jetzt in seinem Jubiläumsjahr (50 Jahre Shanty-Chor) eine neue CD mit dem Titel "Mein Cuxhaven" produziert.

Bekannte Lieder wie "Rosianna", "Reise ohne Wiederkehr", "Die Insel Niemandsland" und "Amen" werden auf dieser CD nicht fehlen.

Die CD wird beim Jubiläumskonzert am 20. Juni in der Kugelbake-Halle vorgestellt werden.

Foto: Wolfgang Fahl

Cux-Kurier, ku/hwi, 31.03.2018

Cux-Kurier-Artikel
Auf See lauern heute viele Gefahren

Stimmungsvollen Gottesdienst zum "Sonntag der Seefahrt" in der St.-Petri-Kirche mit dem Shanty-Chor Cuxhaven gefeiert

Er gehört zu den besonderen Gottesdiensten eines jeden Jahres: "Der Sonntag der Seefahrt". Bereits zum 26. Mal hatte die Seemannsmission
Cuxhaven am vergangenen Wochenende in die St.-Petri-Kirche eingeladen, um in der Küstenstadt am Tor zur Welt das Leben der Seeleute in Fokus rücken.

Schon beim Betreten des Kirchenschiffes fielen die Blicke der Gemeinde auf eine große Leinwand. Seemanns-Diakon Martin Struwe zeigte dort via Projektor Szenen von unterschiedlichen Schiffsbesatzungen, die den vielen Gottesdienstbesuchern einen kleinen Einblick in das Leben der Seeleute gewährten. Die Predigt hielt der Braker Seemannspastor Dirk Jährig. Der Theologe reflektierte darin unter anderem auf die vielen Gefahren, denen die Seeleute auch in Zeiten moderner technischer Systeme an Bord der Schiffe immer noch ausgesetzt sind. "Auf hoher See bin ich in Gottes Hand", zitierte Jährig das bekannte Sprichwort.

Bereits seit 1993 feiert die maritime Szene Cuxhavens den "Sonntag der Seefahrt". Zu diesem besonderen Gottesdienst gehört immer auch das sogenannte Votum, das von einem Kenner der maritimen Szene gehalten wird. Mit dem Reeder Arne Ehlers wandte sich am Sonntag ein Insider aus Seefahrt und Hafenwirtschaft an die Gemeinde, denn der gebürtige Cuxhavener ist als Kapitän selbst zur See gefahren. "Ich glaube, dieser Gottesdienst vermittelt das, was Hein Seemann da draußen auf See täglich erlebt: nämlich Gottes Schöpfung in all ihrer Schönheit und Erhabenheit und gleichzeitig in ihrer unermesslichen Gewalt und manchmal unendlichen Wut. Nirgendwo anders auf der Erde kann man diese großen Gegensätze so erfahren wie auf See.

Und jeder, der da draußen ist, spürt diese Kraft und Größe, fühlt sich von ihr getragen oder existenziell bedroht", sagte Ehlers und fügte hinzu: "Wie durch ein Brennglas wird dieser Eindruck noch durch die kleine Bordgemeinschaft fokussiert. Häufig sind die Besatzungen an Bord heute nicht viel größer als die Gruppe der zwölf Jünger um Jesus. Hier trifft eine wie zufällig ausgewählte Gemeinschaft auf Zeit aufeinander, die sich in den Monaten auf See genauso gut kennenlernen wie in Familien untereinander. Es ist nicht zu vergleichen mit Kollegen an Land. Da sind gewisse Hierarchien und Disziplin, aber auch Verständnis für die Situation des Einzelnen unabdingbar, um eine funktionierende, weil zufriedene, Bordgemeinschaft zu formen. Wehe dem Schiff, wo solches durch falsche Führung, oder die sprichwörtliche ,eine faule Frucht‘, den biblischen Jonas, nicht gelingt. Denn wenn es hart auf hart geht, muss sich jeder auf den anderen verlassen können ohne Bedingung. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz an Bord, das auch heute noch gilt."

Arne Ehlers erinnerte auch an die vielen tragischen Unfälle, bei denen auch heute noch Kameraden ums Leben kommen. "Der Seemann sieht sich heute wieder der Gefahr von bewaffneten und brutalen, meist unter Drogen stehenden Piraten gegenüber. Oder aber überbesetzten, seeuntüchtigen Flüchtlingsbooten, deren Insassen den Seenotfall teilweise wissentlich als Instrument zur Rettung einkalkulieren - mit allen Konsequenzen.

An Bord und auf See gibt es auf einem Handelsschiff nach solch einer Rettungsaktion mit all den schrecklichen Bildern im Kopf keine psychologische oder seelsorgerische Betreuung. Damit muss man an Bord alleine und mit seinen Kollegen klar kommen. Alle, die wir zur See gefahren sind, haben unsere ganz eigenen Erlebisse gehabt. Die Liste der auf See gebliebenen Kameraden ist lang und wird mit jedem Jahr länger."

Cuxhavener Nachrichten, Jens Potschka, 06.03.2018

CN-Artikel
CN-Artikel
Standing Ovations in St.-Gertrud-Kirche

Zu seinen musikalischen Wurzeln kehrte der Shanty-Chor Cuxhaven bei seinem traditionellen Konzert in der voll besetzten St. Gertrud-Kirche in Döse zurück. Pastor Detlef Kipf, Mitinitiator dieses Konzertes, begrüßte die Anwesenden mit einer humorigen Ansprache und wies zugleich auf die lange Verbundenheit mit dem Chor hin. Chorleiter Udo Brozio ergänzte, dass dieser Auftritt in der nördlichsten Kirche Niedersachsens für die Musiker zu den Höhepunkten gehört.

Auch diesmal gelang es dem Chor wieder, besondere musikalische Akzente zu setzen. Natürlich sind Kirchenauftritte für einen Shanty-Chor recht ungewöhnlich, doch die Kirchenbesucher waren begeistert und werden ihn in guter Erinnerung behalten. Der Shanty-Chor Cuxhaven stellte auch neue Lieder vor: "Steal away", sehr einfühlsam vorgetragen, begeisterte besonders. Außerdem sang der Chor einen Kanon "By the waters". Für Abwechslung sorgten die aus der deutschen Hitparade bekannten Musikstücke "Hoch im Norden" und "Reise ohne Wiederkehr". Mit dem "Friedenslied" klang der Konzertabend aus und das Publikum dankte dem Shanty-Chor mit "Standing Ovations".

Die Kollekte des Abends kommt der Gemeindearbeit zugute.

Cux-Kurier, ku, 10.02.2018

Cux-Kurier Artikel
Shanty-Botschafter in Burkina Faso

Udo Brozio und Frau Inge schauten sich Hilfsprojekt persönlich an / "Gartenfrauen" können jetzt wieder sauberes Wasser schöpfen

Dank Udo Brozio wurde wahr, was als verrückte Idee geboren wurde: Am 22. November saßen der Leiter des Shanty-Chors Cuxhaven und seine Frau Inge neben der Gründerin und Vorsitzenden des Vereins "Wunschträume - Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte", Kathrin Seyfahrt im Flugzeug von Hamburg via Brüssel nach Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staats Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt. Ziel der Reise waren die feierliche Eröffnung einer Krankenstation sowie der Besuch verschiedener Projekte, von denen eines – die Gartenfrauen von Zemstaaba – auch vom Shanty-Chor mit "Wassergeld" unterstützt wird.

Außerdem stand ein Musikabend mit 120 Waisenkindern und 30 auszubildenden jungen Frauen und Männern auf dem Programm. Aus München waren noch die stellvertretende "Wunschträume"-Vorsitzende Andrea Vielhauer und Gerd Schulz mitgereist sowie aus Hamburg Ralf Henning. Seit der Gründung von "Wunschträume - Netzwerk für Mädchen- & Frauenprojekte" vor 15 Jahren wird der private Schulkomplex Wend Raabo (Gottes Wille) am Stadtrand von Ouagadougou unterstützt und gefördert. Aus den anfangs 315 Schülerinnen und Schülern sind mittlerweile 1200 geworden, die von der Grundschule bis zum Abitur bleiben können.

Ferner gibt es ein Ausbildungszentrum für Mädchen, einen Kindergarten und nun auch eine richtige Krankenstation. Diese wurde am 24. November in Anwesenheit vieler Ehrengäste (unter anderem des Gesundheitsministers von Burkina Faso und eines Mitarbeiters der Deutschen Botschaft), natürlich aller Kinder der Schule und vieler Eltern mit Reden, viel Musik und Tanz eröffnet. Als nach der Rede von Kathrin Seyfahrt Udo Brozio zum Akkordeon griff und die rund zweitausend Anwesenden einlud, das von ihm angestimmte afrikanische Friedenslied mitzusingen, war die Stimmung auf dem Wend-Raabo-Schulhof grandios.

Zwei Tage später ging es zu den "Gartenfrauen", deren Brunnen dank der Hilfe des Shanty-Chors Cuxhaven nachgebohrt und saniert werden konnten. Außerdem wurde das ganze Gelände eingezäunt. Vor einer Runde durch den Garten berichteten die Frauen über ihr Leben und wie es sich durch dieses Projekt und die Unterstützung positiv verändert habe. Sie hatten vor einem Jahr gehört, dass ein Männerchor sich für sie engagiere und hatten eine Postkarte vom Shanty-Chor Cuxhaven bekommen. Nun die Frage: Ob sie denn ein solches Lied hören könnten?

Natürlich erfüllte Udo Brozio gerne diesen Wunsch. Zwar hatte er sein Akkordeon nicht dabei, so sang er "einfach" ein Shanty a cappella. Gleich nach den ersten Takten sprangen die Frauen auf, klatschten begeistert mit und fingen an zu tanzen. Kathrin Seyfahrt: "Es ist wunderbar zu sehen, wie die derzeit im Projekt tätigen 45 Frauen zusammen Salat und Gemüse aller Art anbauen, welches sie später auf dem Markt verkaufen. So können sie ihr Leben meistern. Ein gelungenes Projekt. Die Frauen sind begeistert dabei, und die Erfolge sind beeindruckend."

Eine große Bitte wurde den Gästen zum Abschluss noch vorgetragen: Ein Ziehbrunnen müsse nachgebohrt und saniert werden. Außerdem wünschen sich die Frauen eine solarbetriebene Pumpe für den Wassertank. Die Pumpe arbeitet derzeit über Strom, der enorm teuer ist. Hier könnten durch die Sonnenenergie erhebliche Kosten gespart werden. Ein Kostenvoranschlag liegt vor – rund 4600 Euro. Vielleicht können hier wieder Menschen von der Küste und dem Land fernab vom Meer helfen?

Im April werden Kathrin Seyfahrt und Udo Brozio – natürlich begleitet von dessen Live-Gesang – in Cuxhaven mit Bildern und Filmen über den Besuch berichten. (mr/cn)

www.netzwerk-wunschtraeume.de

Hintergrund:

Journalistin Kathrin Seyfahrt ist gebürtige Hamburgerin, kennt Cuxhaven gut und ist oft hier. Ihre Urgroßmutter stammte aus Döse. 2014 hat Kathrin Seyfahrt den Shanty-Chor Cuxhaven für ein Hörfunk-Feature über Shantys und Seefahrtslieder besucht. Chorleiter Udo Brozio lieferte damals die Hintergrundinformationen zu den typischen Arbeitsliedern der Seeleute. Ihr Hilfsprojekt "Wunschträume – Netzwerk für Frauen- und Mädchenprojekte e.V." begeisterte den Chor so, dass dieser beschloss, künftig einen Euro pro verkaufter CD für den Aufbau der Wasserversorgung in Burkina Faso zu spenden.

Cuxhavener Nachrichten, Maren Reese-Winne, 10.01.2018

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